Lakenbrinks Sternstunde Empfehlung

Rothe? Bothe? Kaltmeier? Nein, es war keiner der üblichen Verdächtigen, der bei der Auswärtspartie der DJK-Tischtennis-Verbandsligaherren im Mittelpunkt stand. Den Unterschied in einem umkämpften Match machte ein Youngster – Roman Lakenbrink erlebte gegen den TTSV Schloß Holte-Sende seine persönliche Sternstunde. Die Verbandsliga-Herren der DJK BW Greven sind nicht grad‘ für Gewaltanwendung bekannt, nach dem Duell mit dem Tischtennis-Team aus Schloß Holte-Sende aber sah Reinhard Rothe in den Reihen des Gegners Männer, die „wie angeschlagene Boxer in ihren Stühlen zusammensackten“. Die schlimmsten Schäden dürfte der vor der Saison als Titelkandidat gehandelte Klub im Kopf erlitten haben. Was war passiert? Erneut erwies sich der Aufsteiger als Stolperstein, kämpfte hartnäckig und verbissen und lieferte sich ein Vier-Stunden-Duell mit dem Favoriten aus Ostwestfalen . Am Ende triumphierte das Team um Kapitän Matthias Kaltmeier mit 9:7. Ein sensationelles Ergebnis, das sich aus vielen Fragmenten zusammensetzt.

Allen voran Roman Lakenbrink stand bei dem Auswärtserfolg im Mittelpunkt: In der entscheidenden Partie des Abends lag der Youngster bereits mit 0:2-Sätzen zurück, bewahrte die Nerven, und gestaltete das Ergebnis zu seinen Gunsten (3:2). „Er war heute unser Match-Winner“, sagten Bothe , Rothe und Kaltmeier unisono. Es war der erste Verbandsliga-Erfolg des introvertierten DJK-Talentes; einer, über den sich die gesamte Mannschaft ebenso freute wie über den Tages-Sieg. Den freilich sicherte auch das mittlere Paarkreuz mit Reinhard Rothe und Matthias Kaltmeier – die beide souverän ihre Partien gewannen und vier Punkte beisteuerten. Für beide eine besondere Situation. Rothe, der nach seiner Verletzung erst langsam wieder zu alter Stärke zurückfindet, und Kaltmeier, der aufgrund der angespannten Personal-Lage gleich mal zwei Plätze nach oben rutschte. In den Spitzeneinzeln gelang nur Haddick ein Punktgewinn, obschon Stephan Bothe Schloß Holtes Spitzenspieler Florian Lampe am Rande einer Niederlage hatte, nach 2:0-Satzführung und 6:6 im dritten Satz aber völlig den Faden verlor. Im unteren Paarkreuz gingen Sithamparanathan und Lakenbrink zu Werke. Ersterer ließ seine Mannschaftskollegen – nach einem souveränen Doppelauftritt an der Seite von Reinhard Rothe – wieder einmal ordentlich leiden; 0:2 war seine Einzel-Bilanz.

Und dann dieser Roman Lakenbrink. „Seine Leistung ist nicht hoch genug zu bewerten“, lobte Reinhard Rothe. Überzeugend waren erneut auch die Doppel, die mit 3:1 an Greven gingen. Allen voran das Spitzendoppel Haddick/Bothe wusste zu überzeugen. Während sich der schwer angeschlagene Meisterschaftsaspirant der mentalen Wundbehandlung widmet, darf sich die DJK über „zwei nie eingeplante Punkte“ und den siebten Tabellenrang freuen.

Punkte für Greven: Haddick (1), Rothe (2), Kaltmeier (2), Lakenbrink (1), Haddick/Bothe (2), Rothe/Sithamparanathan (1).

Von Ulrich Schaper - WN